Dreimal hält besser

Keine Frage: eine Fremdsprache lernt sich am besten, indem man sie anwendet, und das vorzugsweise im Dialog mit Muttersprachlern. Um dafür verstärkt Gelegenheit zu geben, erkunden die KollegInnen der Japanologie seit Jahren in enger Zusammenarbeit mit japanischen Partneruniversitäten verschiedene Formate der Online-Zusammenarbeit.
Gemeinsam mit Marco Raindl (Dokkyo Universität Deutsche Abteilung für Sprache und Kultur) arbeiten Daisuke Hamatsu, Anja Sips und Nicole Terne (Japanologie Uni Halle) zur Zeit an einem Seminarformat, das durch die starke Verzahnung von drei medialen Kanälen die Verbindlichkeit des studentischen Austausches erhöht und damit den Effekt für die Sprachpraxis intensiviert:

  • gemeinsame Seminartermine beider Gruppen per Videokonferenz
  • Einzeltermine der Tandempartner per Videochat
  • gemeinsam geführtes Seminarblog

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Die ca. einmal im Monat stattfindenden Videokonferenzen bilden das Gerüst des Semesterablaufes und motivieren als soziale Klammer zu weiteren Seminaraktivitäten. Sie werden vor allem dann zu einem eindrücklichen Erlebnis, wenn die Live-Schaltung als nahezu natürliche Gesprächssituation empfunden wird – was insbesondere eine gute Qualität der Sprachübertragung erfordert. Das @LLZ konnte mit Unterstützung der Medien- und Kommunikationswissenschaften auf der Seite der MLU-Teilnehmer eine Audio-Konfiguration bereitstellen, die in dieser Beziehung kaum Wünsche offen lässt und inzwischen auch für weitere Sprachpraxis-Projekte genutzt wird.

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Zwischen diesen Begegnungen treffen sich die Seminarteilnehmer zu individuell verabredeten Sprachtandems per Video-Chat. Hierbei übernehmen die Studierenden im hohen Maße die organisatorische und inhaltliche Verantwortung, unterstützt und begleitet durch den Reflexionsprozess in der Studiengruppe im Rahmen der regulären Seminartermine vor Ort.

Eine weitere Austausch-Ebene ist schließlich das gemeinsam geführte Seminar-Blog, in dem die Tandempartner in der jeweiligen Zielsprache über ihre Begegnungen berichten. Mit Unterstützung des ITZ-Blog-Service konnte ein dem Seminarziel angepasstes Werkzeug bereitgestellt werden: zweisprachig, zugangsgeschützt, von TeilnehmerInnen beider Universitäten nutzbar. Typische Blogfunktionen wie Kategorien, Kommentare und Schlagworte unterstützen den Dialog.

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Das Pilot-Seminar mit Sprachpraxis-Schwerpunkt in diesem Sommersemester läuft auf Hochtouren; das Tandemblog zählt bereits 32 Beiträge. Für das Wintersemester ist ein Nachfolgeprojekt mit sozial- und kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt in Vorbereitung. Wir freuen uns auf neue Erfahrungen und wünschen weiter gutes Gelingen.

OER-Angebot: Online-Selbstlernkurs „Freie Bildungsressourcen“ (CC BY)

Von Markus Büsges unter cc-by-sa-3.0
Von Markus Büsges unter cc-by-sa-3.0

Offene Bildungsressourcen (engl. Open Educational Resources – OER) sind an Hochschulen weltweit und in Sachsen-Anhalt ein wichtiges und aktuelles Thema. Am Zentrum für multimediales Lehren und Lernen (@LLZ) der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg haben Lavinia Ionica und Kevin Atkins einen Online-Selbstlernkurs mit drei Lernmodulen erstellt.

Welche Themenschwerpunkte werden im Selbstlernkurs behandelt?

  1. Internetquellen: Kritik an Internetquellen ausüben – Internetquellen richtig einschätzen – Qualität von Internetquellen erkennen;
  2. Creative Commons Lizenzen: Lizenzmodelle kennenlernen und
  3. Open Educational Resources (OER): – Einführung in die Thematik OER – Suchmaschinen und Datenbanken – OER im Kontext Hochschule.

An wen richtet sich das Angebot? 

  • Das Lernangebot steht allen Interessierten öffentlich und kostenlos via Lernplattform zur Verfügung.
  • Vom Angebot können auch Einrichtungen wie E-Learning- oder hochschuldidaktischen Zentren profitieren, da dieses unter der Creative Commons Lizenz CC BY steht. Somit wird es allen Interessenten ermöglicht, den gesamten Kurs in die eigene Lernplattform zu speichern, nach eigenen Bedürfnissen anzupassen und für eigene Zielgruppen zu veröffentlichen.

Wo sind die Links und Exportdateien?

Für Fragen, Anregungen und Kommentare Ihrerseits stehen wir via E-Mail zur Verfügung. Lavinia Ionica (lavinia.ionica@llz.uni-halle.de) und Kevin Atkins (kevin.atkins@llz.uni-halle.de)

Freischaltung der E-Portfolio-Funktionen in ILIAS

Die universitätsweite Lernplattform ILIAS integriert ein E-Portfoliosystem, welches für Lehrende und Studierende an der Martin-Luther-Universität freigeschaltet ist. In diesem Blogbeitrag werden die Funktionalitäten des ILIAS-E-Portfolios unter Berücksichtigung der Portfoliodefinition dargestellt.

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Paulson, F. L., Paulson, P. R., & Meyer, C. A. (1991). What makes a portfolio a portfolio. Educational leadership, 48(5).(Übersetzung von Häcker, Thomas. (2006). Portfolio: ein Entwicklungsinstrument für selbstbestimmtes Lernen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Unter einem Portfolio verstehen Paulson et. Al. (1991) „eine zielgerichtete Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der/des Lernenden auf einem oder mehreren Gebieten zeigt. Die Sammlung muss die Beteiligung der/des Lernenden an der Auswahl der Inhalte, der Kriterien für die Auswahl, der Festlegung der Beurteilungskriterien sowie Hinweise auf die Selbstreflexion der/des Lernenden einschließen.“

Somit stehen bei der Portfolioarbeit folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Zielorientierte Vorgehen beim Lernen
    Portfolios verfolgen im Idealfall immer ein Ziel – um nicht beliebig zu werden. Das ILIAS-E-Portfolio-System bietet den Nutzern die Freiheit, eigene Zielsetzungen zu setzen und diese zu visualisieren, indem jeder Nutzer seine eigene Portfolionavigationsleiste festlegen kann.
  • Sammlung selbst erstellter Artefakte
    In Portfolios sammeln Studierende Artefakte mit dem Ziel, ihre Kompetenzen und Stärken zu belegen. In ILIAS werden die Sammlungen unter den Menüpunkten „Mein Arbeitsraum“ und „Meine Kompetenzen“ angelegt und verwaltet.
  • Darstellung der eigenen Lernprozesse und Leistungen
    E-Portfolios sind hervorragende Instrumente zur Darstellung eigener Lernfortschritte. Hierfür bietet ILIAS verschiedene technische Umsetzungsmöglichkeiten an.
    Je nach Studien- und Prüfungsordnung können E-Portfolios als Teil von Prüfungsleistungen anerkannt werden. Für konkrete Aussagen müssten die entsprechenden Ordnungen überprüft werden.
  • Bezug auf einen oder mehrere Lernbereiche
    Studierende können ihre ILIASE-Portfolios interdisziplinär einrichten, da diese personen- und nicht fachgebunden anzulegen sind.
  • Selbstreflexion des eigenen Lernens
    Im ILIAS-E-Portfolio kann die integrierte Blogfunktion für den Zweck der regelmäßigen Selbstreflexion freigeschaltet werden. Studierende können Blogs in gewohnter Weise nutzen, indem sie (Reflexions-)Beiträge formulieren und sie dann als Teil ihres E-Portfolios präsentieren.
  • Selbstbeurteilung eigener Leistungen
    Im ILIAS-E-Portfolio können Studierende eigene Leistungen/Kompetenzen im Checklistenformat selbst einschätzen. Diese Funktionalität kann als Planungs-, Lernziel-, Übersichts- und Verwaltungsinstrument verwendet werden. Ergänzend besteht die Möglichkeit, die Kompetenzmatrix mit „Lernbeweisen“ zu ergänzen.
  • Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden
    Während der Portfolioarbeit setzen sich Lernende intensiv mit den ausgewählten Themen auseinander. Ihre Portfolioergebnisse können sie sowohl mit den Peers und den Lehrenden als auch externen Personen kommunizieren.
  • Transparenz im Lern- und Beurteilungsprozess
    durch die Partizipation der Lernenden bei der Auswahl der Portfolioinhalte, der Festlegung der Auswahlkriterien sowie der Kriterien der Leistungsbeurteilung.
    Die Darstellung sowohl der Lernprozesse als auch der Lernergebnisse im E-Portfolio setzt eine Auseinandersetzung mit Leistungs- und Anforderungskriterien voraus.

FAZIT

  • (+) Das E-Portfolio in ILIAS ist ein umfangreiches Instrument welches sich  insbesondere zur Präsentation eigener Lernergebnisse, für Bewerbungszwecke oder zur Visualisierung von Lernprozessen eignet. Diese habe ich im Wiki-Artikel zusammengefasst.
  • (-) Das ILIAS-Portfolio unterstützt den Ansatz der Gruppenportfolios nicht und für diesen Zweck können andere Möglichkeiten genutzt werden (siehe hierzu u.a. den Blogbeitrag von Wenke Müller).
  • (-)  Der Funktionsumfang des ILIAS Portfolios ist relativ umfangreich und nicht immer intuitiv zu bedienen. Bei umfangreichen Portfolioarbeiten muss geprüft werden, ob sich das Vorhaben eignet für die Umsetzung im ILIAS Portfolio oder auf der ILIAS Lernplattform. Hierfür stehen Ihnen auch die Berater der Facharbeitsgruppen zur Verfügung.

 

Call for papers: Zweites Wissenschaftliches Kolloquium „Lernen – Verstehen – Wissen“

kolloquium2014_01Im Rahmen der diesjährigen Doppeltagung „Moderne Lehre gestalten 2015” veranstaltet das Zentrum für multimediales Lehren und Lernen (@LLZ) am 02. Oktober 2015 die Neuauflage des wissenschaftlichen Kolloquiums „Lernen – Verstehen – Wissen”. Dazu sind alle WissenschaftlerInnen eingeladen, über ihre Arbeiten zur Grundlagen-­ und Anwendungsforschung für eine moderne akademische Lehre zu berichten.

Ziel dieses Kolloquiums ist es, die mit dem 1. Kolloquium 2014 (Tagungsband) begonnene Diskussion fortzusetzen und Forschungsansätze und ­-vorhaben aus unterschiedlichen fachlichen Disziplinen sichtbar zu machen. Das Kolloquium soll die Gelegenheit bieten, alle Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen und so Voraussetzungen für wissenschaftlichen Austausch, neue Kooperationen und neue Forschungsverbünde zu schaffen. Ein Schwerpunktthema wird in diesem Jahr der Bereich E-Assessment sein. Der Aufruf richtet sich dabei vor allem an die Mitglieder der Hochschulen des Landes Sachsen-­Anhalt und der Region. Beiträge aus anderen Hochschulen sind möglich und herzlich willkommen.

Eingeladen sind Beiträge aus allen Fächern und Fakultäten. Neben den klassischen Grundlagenfächern der Lehr­-Lern-­Forschung (Erziehungswissenschaften, Didaktik, Philosophie, Psychologie u.a.) und den eher technisch, juristisch oder am Kommunikationsprozess orientierten Disziplinen (Informatik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Rechtswissenschaften, Sprachwissenschaften u.a.) sind deshalb auch alle anderen Fächer aus den Natur-­, Geistes-­ und Sozialwissenschaften zur Teilnahme aufgerufen, die sich mit Prozessen des Lernens, Wissens oder Verstehens beschäftigen oder die Bedingungen der Lehre im eigenen Fach erforschen.

Als Formate für aktive Beiträge sind Präsentationen (20 Min. + 10 Min. Diskussion), Kurzvorträge (10 – 15 Min., evtl. einschl. einer kurzen Diskussion), Poster oder informelle Diskussionsbeiträge in offenen Gesprächsrunden vorgesehen.

Anmeldungen aktiver Beiträge erbitten wir bis spätestens 31. Juli 2015 über unser Anmeldeformular. Die Beiträge werden mit Einverständnis der AutorInnen nach der Tagung dokumentiert und veröffentlicht.

Veranstaltungstipp: Teach & Talk zum Thema „Lehrevaluation und Beratung“

Teach & Talk

Im Rahmen der Reihe Teach & Talk an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) wird am 24. Juni 2015 in der Zeit von 17 bis 19 Uhr ein Kolloquium zum Thema Lehrevaluation und Beratung – ein Praxisbeispiel an der OVGU (Prof. Dr. Heiner Rindermann, TU Chemnitz) angeboten.

Alle Lehrenden und interessierten Mitarbeiter des Hochschulverbundes HET LSA sind wie immer herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Veranstaltungsort ist der Tagungsraum der Universitätsbibliothek (Erdgeschoss) Magdeburg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.