Alternativprogramme zur Arbeit am Interaktiven Whiteboard – Teil 3: Easy Whiteboard

Easy_Whiteboard.jpg von @LLZ.
Easy_Whiteboard.jpg von @LLZ.

Wie schon im vorangegangenen Teil geschrieben gibt es neben den boardspezifischen Programmen am interaktiven Whiteboards (IWB) auch Alternativen, die einem die Arbeit erleichtern, beziehungsweise die eigene Arbeitsweise nicht großartig einschränken. Insbesondere das zuletzt vorgestellte xournal und das hier beschriebene Easy Whiteboard sind zwei Programme, die gut im Einklang miteinander funktionieren.

Easy Whiteboard ist ein sehr einfach gehaltenes Werkzeug, das per Knopfdruck den gesamten Bildschirm zu einem interaktiven Whiteboard macht. Das Programm ist ein kleines Werkzeug, das sich unaufdringlich als Widget in einer Bildschirmecke befindet und mit dem praktisch jeder beliebige Bildschirminhalt vorübergehend „eingefroren“ bzw. mit einer virtuellen Folie überdeckt werden kann. Diese Funktion deaktiviert alle anderen Funktionen, die gerade laufen und friert sogar ein laufendes Videobild ein. Mit dem Mauszeiger, einem digitalen Stift oder am interaktiven Whiteboard kann man den Bildschirm als digitale Zeichenfläche nutzen und die Inhalte beschreiben oder anderweitig bearbeiten. Ebenso lässt sich in einer laufenden Präsentation eine Notizfolie einblenden mit der ein Tafelbild erstellt, gespeichert und später weiterbearbeitet werden kann. Die beschriebenen Seiten können anschließend gedruckt (oder mit einem vorherinstallierten PDF-Drucker auch als pdf exportiert) oder Bilddatei abgespeichert werden.

Die Nutzung des Programms ist einfach gehalten und, wie bei xournal, sehr intuitiv. Der Zugriff auf Annotationsfunktionen bei allen Anwendungen liefert hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber den boardspezifischen Programmen. Auch gewohnte Arbeitsweisen und Präsentationsmethoden werden mit diesem Programm nicht beeinträchtigt.

Alternativprogramme zur Arbeit am Interaktiven Whiteboard – Teil 2: Xournal

Xournal von @LLZ.
Xournal von @LLZ.

Wie schon im ersten Teil geschrieben setzt die Nutzung aller boardspezifischen Programme an interaktiven Whiteboards (IWB) voraus, dass man seine herkömmliche Arbeitsweise den Boards anpasst und nicht umgekehrt: man wird, anders gesagt, dazu gezwungen sich bei der Nutzung von IWBs darauf einstellen den Umgang mit einem neuen Programm zu erlernen und die meisten vorhandenen Materialien in das neue Format zu konvertieren. Und auch die Nutzung als beschreibbare Oberfläche ist außerhalb der boardspezifischen Programme nicht zwangsweise möglich. Auch hier setzen die Boards darauf, dass man sich auf die Nutzung des vorgegebenen Programms einstellt. Es gibt neben den boardspezifischen Programmen aber auch Alternativen, die einem die Arbeit erleichtern, beziehungsweise die eigene Arbeitsweise nicht großartig einschränken. Insbesondere xournal und Easy Whiteboard sind zwei Programme, die gut im Einklang miteinander funktionieren.

xournal ist ein im Vergleich einfach gehaltenes Programm, ähnlich einem Texteditor, das zur gestalterischen Arbeit mit einer Stifteingabe geeignet ist. In erster Linie richtet sich das Programm an Anwender mit Grafiktablett. Dennoch ist das Programm auch für die Arbeit an einem Interaktiven Whiteboard nutzbar.

Die Funktionalität ist im Vergleich zu den boardspezifischen Programmen aber eingeschränkt. xournal hält ähnlich wie in einem Zeichenprogramm nur grundlegende Funktionen bereit, mit denen man per Maus oder Stift direkt auf Oberfläche zeichnen oder schreiben kann. Optional kann man auch per Textwerkzeug und Tastatur schreiben. Weitere Seiten oder Folien fügt man per Mausklick hinzu. Mit von der Partie sind Werkzeuge wie Lineal, Lupe sowie ein Vollbildmodus.

Im Großen und Ganzen ist die Nutzung des Programms einfach gehalten und sehr intuitiv. In erster Linie dient es mehr als ein Programm, das eine Tafel oder einen Texteditor simuliert und für Seminarnotizen geeignet ist. Gleichzeitig bietet das Programm aber auch die Möglichkeit PDFs zu annotieren! Dies ist vor allem hilfreich, wenn man die Seminarunterlagen in Powerpoint vorbereitet und als PDF exportiert, ein Handling, das im Hochschulalltag zur Weiterreichung als Skript an KursteilnehmerInnen gängig ist. So kann man schon im Seminar die PDF annotieren und die eingetragenen Notizen mit abspeichern und weitergeben.

Im nächsten Teil wird das Programm Easy Whiteboard vorgestellt.

Für die Studieneingangsphase sind Selbstlernkurse ungeeignet?

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Foto: Yohann Aberkane (CC by nc nd 2.0)

Im Gegenteil. Gerade in der Studieneingangsphase eignet sich onlinegestützte Lehre als Einführungs-, Brücken- oder Vorkurs ganz besonders, um die teils sehr unterschiedlichen Studieneingangsvoraussetzungen der Erstsemester auf ein weitgehend einheitliches Niveau zu heben. Zeitliche und räumliche Flexibilität, selbstbestimmte Lerngeschwindigkeit, die Möglichkeit der Wiederholung, Lernfortschrittskontrolle und für den jeweiligen Lernstand die passenden Materialien können gerade bei größeren Studierendengruppen sehr gut mit Online-Angeboten realisiert werden. Das ändert allerdings nichts am Aufwand für die Ersterstellung und die Notwendigkeit einer z.B. tutoriellen Begleitung und weiterer Angebote. Auch mit dem besten Lernmaterial entstehen Rückfragen, die nur zum Teil über Peer-Foren oder Q&A-Blöcke abgefangen werden können. Eine regelmäßige Sprechstunde in Seminarform als offene Fragerunde oder, z.B. für die Mathematik, für Übungen in Gruppenarbeit, kann dabei entweder in Präsenz oder ebenfalls online in der Lernplattform unterstützend wirken.
Ob sich der zeitliche und personelle Aufwand am Ende „rechnet“ ist von vielen Faktoren abhängig: Studierendenanzahl, Umfang der Lernmaterialien, Konzeption der Kurse, Diversität der Kompetenzniveaus, Lernerfolg im späteren Verlauf des Studiums, Veränderung der Abbrecherquoten und vieles mehr. Fest steht aber auch, dass bei den grundlegenden Einführungen relativ geringer inhaltlicher Änderungsbedarf im Folgejahr entsteht, so dass die Erstellungsaufwände überschaubar bleiben.
Erfahrungen z.B. mit Mathe-Brückenkursen stimmen optimistisch, wie dieser umfangreiche Sammelband zeigt.

Teil 8 der Serie „Vorurteile“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7)
Foto: Yohann Aberkane (CC by nc nd 2.0)

 

Verwendung fremden Bildmaterials im Internet – ohne Urheberrechtsverletzung

Verwendung von BildmaterialIm Internet findet man problemlos Unzählige Grafiken, Fotos und Abbildungen, die vermeintlich kostenlos zur freien Verfügung stehen. Aber da ist Vorsicht geboten, denn wenn Sie fremdes Material verwenden wollen, benötigen Sie die Zustimmung des Urhebers oder Rechteinhabers. Andernfalls sind Sie nicht nur einen Mausklick vom perfekten Bild entfernt, sondern auch von teuren Abmahnungen und ggf. Gerichtsverfahren. Um manchen Ärger und unnötige Ausgaben zu vermeiden, empfiehlt es sich, das benötigte Material selbst zu erstellen. Dann sind Sie selbst Urheber und können festlegen, wie andere Ihr geistiges Eigentum verwenden dürfen.

Ist dies nicht möglich, besteht die Möglichkeit auf kostenfreie, zum Beispiel unter Creative Commons lizenzierte Materialien zurückzugreifen. Die Suchmaschine CC-Search sucht gezielt nach solchen unter Creative Commons lizenzierten Materialien. Kostenfrei bedeutet aber nicht lizenzfrei! Sie müssen unbedingt die Lizenzbedingungen lesen, denn oft ist die Nutzung solcher kostenfreien Bilder eingeschränkt oder es existiert eine genaue Vorgabe für die Quellenangabe. Finden Sie keine kostenlosen Materialien, sollten Sie in Betracht ziehen, diese käuflich zu erwerben. Auf kommerziellen Seiten wird eine Vielzahl an Bildmaterial zu allen denkbaren Themengebieten in verschiedenen Qualitätsstufen zur Verfügung gestellt. Doch auch hier empfiehlt sich ein Blick in die Lizenzbedingungen. Wie bei den kostenlosen Bildern, kann auch hier die Nutzung an gewisse Bedingungen geknüpft sein.

Im Zweifelsfall sollten Sie das Bildmaterial nicht verwenden und doch eine eigene Abbildung erstellen. Denn auch online gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Nicht nur eine fehlende Urheberbenennung, sondern auch eine falsche bzw. unvollständige Benennung oder das Nicht-Einhalten der Lizenzbedingungen können zu Abmahnungen führen.

Einen Leitfaden zur Verwendung von Bildmaterial finden Sie im Wiki des @LLZ.

Alternativprogramme zur Arbeit am Interaktiven Whiteboard – Teil 1: Open Sankoré

Open-Sankoré v.1.4.png von Cyril Pavillard. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.
Open-Sankoré v.1.4.png von Cyril Pavillard. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

 

Durch den Einzug von interaktiven Whiteboards (IWB) in immer mehr Bildungseinrichtungen stellt sich die Frage, wie die Lehrpersonen, die mit ihnen konfrontiert werden, auch mit ihnen umgehen lernen können. Viele der auf dem Markt verfügbaren IWBs haben eigene mitgelieferte Programme (z.B. SMART Notebook, Promethean ActivInspire, …), die auf die Nutzung mit dem jeweiligen IWB-Typ ausgerichtet sind. Sie erleichtern den Umgang mit dem genannten Board und bieten jedes jeweils eigene Vorteile und Nachteile, die sich oftmals erst im Vergleich herauskristallisieren. Gleichzeitig muss der volle Umfang der Funktionen erst nach und nach entdeckt werden. Die Nutzung aller boardspezifischen Programme setzt voraus, dass man die bekannte Arbeitsweise den Boards anpasst und nicht umgekehrt, sprich: wenn man gewöhnt ist mit Powerpoint zu arbeiten, muss man sich bei der Nutzung von IWBs darauf einstellen den Umgang mit einem neuen Programm zu erlernen und die meisten vorhandenen Materialien in das neue Format zu konvertieren. Ebenso ist die Nutzung als beschreibbare Oberfläche außerhalb der boardspezifischen Programme nicht zwangsweise möglich. Auch hier setzen die Boards darauf, dass man sich an die Nutzung des vorgegebenen Programms gewöhnt.

Besonders schwierig wird es aber für Lehrende, die sich in ihren Unterrichtseinheiten mit verschiedenen Boardtypen konfrontiert sehen, da die mit den IWB-Programmen erarbeiteten Ergebnisse oft auch nur auf den Boardtypen abrufbar sind, auf denen sie erarbeitet wurden. Ein Übertragen auf ein anderes Boardformat ist in vielen Fällen nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Dies macht die Bedienung und die Arbeit mit den IWBs in einigen Fällen schwieriger als sie sein müsste.

Es gibt glücklicherweise einige Lösungsmöglichkeiten von denen man aber wissen muss, da diese nicht von den Firmen und Vertretern propagiert werden. So gibt es im Netz beispielsweise einige kleine Programme, die den vollen Funktionsumfang eines IWBs nachstellen und auf allen Boardtypen eingesetzt werden können. So bleiben die Ergebnisse übertrag-, speicher- und bearbeitbar. Es gibt aber drei Programme, die gut abseits der boardspezifischen Programme am IWB genutzt werden können: Open Sankoré, xournal und Easy Whiteboard. Alle drei Werkzeuge werden hier im Blog nacheinander vorgestellt und können über das LLZ-Wiki unter dem Tool-Portal gefunden werden.

Von den drei genannten Werkzeugen ist Open Sankoré das Programm, das den herkömmlichen Whiteboardprogrammen am ähnlichsten ist. Es ist ein Open-Source-Werkzeug, das auf allen Betriebssystemen installiert werden kann und dessen Funktionsumfang denen der boardspezifischen Softwaretypen in nichts nachgestellt ist. Im Vergleich ist der Arbeitsaufwand bei diesem Programm aber auch ähnlich hoch, wie bei den herkömmlichen Programmen! Dennoch bietet dieses Programm den Vorteil, dass es sich nicht den Boards anpassen muss. Wenn man den Umgang mit diesem Programm trainiert und offen damit umgeht, kann man hiermit wenigstens das auf Open Sankoré konvertierte Material boardübergreifend nutzen. Damit bietet die plattformübergreifende Funktionalität eine gleichbleibende Nutzbarkeit mit allen typischen Funktionen eines interaktiven Whiteboards: Video und Webanwendungsnutzung, Präsentation und handschriftliches Annotieren, Schreiben und Gestalten.

Der Einsatz von xournal und Easy Whiteboard wird in den Teilen 2 und 3 vorgestellt.