Vergabe der Zertifikate „Multimediale Lehre“ am @LLZ

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Seit einem Jahr werden am Zentrum für Multimediales Lehren und Lernen Schulungen im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „Multimediale Lehre“ angeboten. Das Programm bietet den Teilnehmern eine aktive Auseinandersetzung hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien und Technologien in der Lehre.

 

Folgende Fragen werden in den Veranstaltungen beantwortet:

  • Welche Potentiale haben E-Learning-Szenarien für die Lehre? Wie können diese für die Lehre an einer Präsenzuniversität sinnvoll nutzbar gemacht werden?
  • Was ist über die psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens mit Multimedia bekannt? Welche Gestaltungsprinzipien ergeben sich daraus?
  • Welche Umsetzungen für E-Learning-/Blended-Learning-Angebote sind in der Hochschullehre effektiv und effizient und eignen sich für die eigene Lehre?
  • Welche methodisch-didaktischen Überlegungen sind notwendig, um Online-Angebote gezielt umzusetzen?
  • Welche technischen Voraussetzungen zur Umsetzung der Konzepte sind an unserer Universität vorhanden? Wie können diese gewinnbringend eingesetzt werden?

Im Sommer 2015 konnte bereits drei Dozentinnen das Zertifikat „Multimediale Lehre” überreicht werden. Dieses setzt die Teilnahme an sechs Pflichtveranstaltungen á 32 Arbeitseinheiten (AE) des Schulungsangebotes des @LLZ voraus. Der Gesamtumfang von 80 Arbeitseinheiten beeinhaltet zudem  die Teilnahmen an Wahlveranstaltungen aus mindestens drei Wahlbereichen von insgesamt 32 AE. Den Abschluss bildet die Erstellung eines Lehrveranstaltungskonzepts und dessen Präsentation mit 16 AE.

Das Lehrveranstaltungskonzept lehnt sich inhaltlich an folgende Schwerpunkte an:

  • Darstellung und Begründung des Einsatzes des Multimedia-Angebots in der Lehrveranstaltung unter Berücksichtigung mediendidaktischer Erkenntnisse,
  • Erläuterung des Motivations- und Betreuungskonzeptes,
  • Beschreibung der eingesetzten Kommunikationskanäle und der Form des Feedbacks,
  • Darstellung der eingesetzten Tools sowie
  • Erklärung der berücksichtigten rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen.

Im Wintersemester 2015/16 konnten vier Dozentinnen das Zertifikat abschließen und in der Abschlussveranstaltung am 7. April 2016 ihre Lehrveranstaltungskonzepte präsentieren.

Jana Fabian, Medizinische Fakultät | Institut für Rechtsmedizin

Dr. Birgit MöllerNaturwissenschaftliche Fakultät III | Institut für Informatik

Katrin Parthier, Medizinische Fakultät | Institut für Rehabilitationsmedizin und

Annett Thüring, Naturwissenschaftliche Fakultät III | Institut für Informatik

stellten ihre fachlichen Umsetzungen der Schulungsinhalte aus den Bereichen der Medizin und Informatik dar. Vier individuelle Konzepte zeigten, wie sich Lehre mit multimedialen und digital verfügbaren Lerneinheiten anreichern lässt.

zertifikat1Wir gratulieren Jana Fabian, Katrin Parthier, Annett Thüring und Dr. Birgit Möller (v.l.n.r.).

Die nächsten Termine der Zertifikatsveranstaltungen für das Sommersemester 2016 sind auf den Webseiten des @LLZ verfügbar. Eine Anmeldung erfolgt über Stud.IP der Uni Halle. An den Schulungen können alle interessierten Lehrenden der Uni Halle teilnehmen. Unabhängig vom Erwerb des Gesamtzertifikats können zudem auch nur einzelne Veranstaltungen besucht werden. Lehrenden, die das Zertifikat „Multimediale Lehre“ erwerben wollen, wird empfohlen mit der Veranstaltung „Grundlagen multimedialer Lehre“ einzusteigen. Die nächste Veranstaltung findet am 22.04.2016 statt.

Ankündigung: Webinar der AG E-Learning des Verbundprojekts HET LSA

Die AG E-Learning des Verbundprojekts HET LSA lädt am Montag, den 21.03.2016  in der Zeit von 10 bis 12 Uhr zum Webinar „Qualität im E-Learning an den Verbundhochschulen“ ein.

Der Qualität im E-Learning an Hochschulen wird ein wesentlicher Wert zugemessen. Die Breite des Themas reicht von der Frage nach was gutes E-Learning ist, bis zu den Aspekten der Akkreditierung von Studiengängen mit E-Learning-Anteilen.

Folgende Tagesordnungspunkte sind vorgesehen:

  1. Begrüßung und aktueller Stand des Projekts CampusConnect (Anja Schulz, MLU)
  2. Verankerung der Qualitätssicherung und -entwicklung von E-Learning in Hochschulen ( Dr. Philipp Pohlenz, OVGU)
  3. Maßnahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung von E-Learning an der MLU (Anja Schulz, MLU)
  4. Beurteilung der Qualität multimedial gestützter Lehrveranstaltungen im Rahmen der Vergabe des @ward (Markus Scholz, MLU)
  5. Diskussion und Verabschiedung

 

Falls Sie Interesse haben am Webinar teilzunehmen, bitten wir Sie, uns dies via E-Mail het-lsa@llz.uni-halle.de mitzuteilen.

Alternativprogramme zur Arbeit am Interaktiven Whiteboard – Teil 3: Easy Whiteboard

Easy_Whiteboard.jpg von @LLZ.
Easy_Whiteboard.jpg von @LLZ.

Wie schon im vorangegangenen Teil geschrieben gibt es neben den boardspezifischen Programmen am interaktiven Whiteboards (IWB) auch Alternativen, die einem die Arbeit erleichtern, beziehungsweise die eigene Arbeitsweise nicht großartig einschränken. Insbesondere das zuletzt vorgestellte xournal und das hier beschriebene Easy Whiteboard sind zwei Programme, die gut im Einklang miteinander funktionieren.

Easy Whiteboard ist ein sehr einfach gehaltenes Werkzeug, das per Knopfdruck den gesamten Bildschirm zu einem interaktiven Whiteboard macht. Das Programm ist ein kleines Werkzeug, das sich unaufdringlich als Widget in einer Bildschirmecke befindet und mit dem praktisch jeder beliebige Bildschirminhalt vorübergehend „eingefroren“ bzw. mit einer virtuellen Folie überdeckt werden kann. Diese Funktion deaktiviert alle anderen Funktionen, die gerade laufen und friert sogar ein laufendes Videobild ein. Mit dem Mauszeiger, einem digitalen Stift oder am interaktiven Whiteboard kann man den Bildschirm als digitale Zeichenfläche nutzen und die Inhalte beschreiben oder anderweitig bearbeiten. Ebenso lässt sich in einer laufenden Präsentation eine Notizfolie einblenden mit der ein Tafelbild erstellt, gespeichert und später weiterbearbeitet werden kann. Die beschriebenen Seiten können anschließend gedruckt (oder mit einem vorherinstallierten PDF-Drucker auch als pdf exportiert) oder Bilddatei abgespeichert werden.

Die Nutzung des Programms ist einfach gehalten und, wie bei xournal, sehr intuitiv. Der Zugriff auf Annotationsfunktionen bei allen Anwendungen liefert hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber den boardspezifischen Programmen. Auch gewohnte Arbeitsweisen und Präsentationsmethoden werden mit diesem Programm nicht beeinträchtigt.

Alternativprogramme zur Arbeit am Interaktiven Whiteboard – Teil 2: Xournal

Xournal von @LLZ.
Xournal von @LLZ.

Wie schon im ersten Teil geschrieben setzt die Nutzung aller boardspezifischen Programme an interaktiven Whiteboards (IWB) voraus, dass man seine herkömmliche Arbeitsweise den Boards anpasst und nicht umgekehrt: man wird, anders gesagt, dazu gezwungen sich bei der Nutzung von IWBs darauf einstellen den Umgang mit einem neuen Programm zu erlernen und die meisten vorhandenen Materialien in das neue Format zu konvertieren. Und auch die Nutzung als beschreibbare Oberfläche ist außerhalb der boardspezifischen Programme nicht zwangsweise möglich. Auch hier setzen die Boards darauf, dass man sich auf die Nutzung des vorgegebenen Programms einstellt. Es gibt neben den boardspezifischen Programmen aber auch Alternativen, die einem die Arbeit erleichtern, beziehungsweise die eigene Arbeitsweise nicht großartig einschränken. Insbesondere xournal und Easy Whiteboard sind zwei Programme, die gut im Einklang miteinander funktionieren.

xournal ist ein im Vergleich einfach gehaltenes Programm, ähnlich einem Texteditor, das zur gestalterischen Arbeit mit einer Stifteingabe geeignet ist. In erster Linie richtet sich das Programm an Anwender mit Grafiktablett. Dennoch ist das Programm auch für die Arbeit an einem Interaktiven Whiteboard nutzbar.

Die Funktionalität ist im Vergleich zu den boardspezifischen Programmen aber eingeschränkt. xournal hält ähnlich wie in einem Zeichenprogramm nur grundlegende Funktionen bereit, mit denen man per Maus oder Stift direkt auf Oberfläche zeichnen oder schreiben kann. Optional kann man auch per Textwerkzeug und Tastatur schreiben. Weitere Seiten oder Folien fügt man per Mausklick hinzu. Mit von der Partie sind Werkzeuge wie Lineal, Lupe sowie ein Vollbildmodus.

Im Großen und Ganzen ist die Nutzung des Programms einfach gehalten und sehr intuitiv. In erster Linie dient es mehr als ein Programm, das eine Tafel oder einen Texteditor simuliert und für Seminarnotizen geeignet ist. Gleichzeitig bietet das Programm aber auch die Möglichkeit PDFs zu annotieren! Dies ist vor allem hilfreich, wenn man die Seminarunterlagen in Powerpoint vorbereitet und als PDF exportiert, ein Handling, das im Hochschulalltag zur Weiterreichung als Skript an KursteilnehmerInnen gängig ist. So kann man schon im Seminar die PDF annotieren und die eingetragenen Notizen mit abspeichern und weitergeben.

Im nächsten Teil wird das Programm Easy Whiteboard vorgestellt.

Für die Studieneingangsphase sind Selbstlernkurse ungeeignet?

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Foto: Yohann Aberkane (CC by nc nd 2.0)

Im Gegenteil. Gerade in der Studieneingangsphase eignet sich onlinegestützte Lehre als Einführungs-, Brücken- oder Vorkurs ganz besonders, um die teils sehr unterschiedlichen Studieneingangsvoraussetzungen der Erstsemester auf ein weitgehend einheitliches Niveau zu heben. Zeitliche und räumliche Flexibilität, selbstbestimmte Lerngeschwindigkeit, die Möglichkeit der Wiederholung, Lernfortschrittskontrolle und für den jeweiligen Lernstand die passenden Materialien können gerade bei größeren Studierendengruppen sehr gut mit Online-Angeboten realisiert werden. Das ändert allerdings nichts am Aufwand für die Ersterstellung und die Notwendigkeit einer z.B. tutoriellen Begleitung und weiterer Angebote. Auch mit dem besten Lernmaterial entstehen Rückfragen, die nur zum Teil über Peer-Foren oder Q&A-Blöcke abgefangen werden können. Eine regelmäßige Sprechstunde in Seminarform als offene Fragerunde oder, z.B. für die Mathematik, für Übungen in Gruppenarbeit, kann dabei entweder in Präsenz oder ebenfalls online in der Lernplattform unterstützend wirken.
Ob sich der zeitliche und personelle Aufwand am Ende „rechnet“ ist von vielen Faktoren abhängig: Studierendenanzahl, Umfang der Lernmaterialien, Konzeption der Kurse, Diversität der Kompetenzniveaus, Lernerfolg im späteren Verlauf des Studiums, Veränderung der Abbrecherquoten und vieles mehr. Fest steht aber auch, dass bei den grundlegenden Einführungen relativ geringer inhaltlicher Änderungsbedarf im Folgejahr entsteht, so dass die Erstellungsaufwände überschaubar bleiben.
Erfahrungen z.B. mit Mathe-Brückenkursen stimmen optimistisch, wie dieser umfangreiche Sammelband zeigt.

Teil 8 der Serie „Vorurteile“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7)
Foto: Yohann Aberkane (CC by nc nd 2.0)