Mobile Learning als Toptrend 2012 ausgewiesen

Im diesjährigen Horizon Report, der vom New Media Consortium (NMC) gemeinsam mit der EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) publiziert wird, berichten die Autoren über die zu erwartenden E-Learning Entwicklungen und Trends. Zwei der sechs wichtigsten Themen in der Lehre für die nächsten Jahre sind demnach Mobile Apps und Tablet Computing. Diese Ergebnisse decken sich mit denen der Trendstudie Learning Delphi 2012 des MMB-Instituts, die Mobile Learning als eindeutiges Top-Thema ausweist.

In seinem Plenarvortrag auf dem Mobile Learning Day 2012 an der Fernuniversität in Hagen konstatierte Professor Mohamed Ally, dass die Mobilsysteme sich am schnellsten von allen Technologien entwickeln. Dabei ist diese Technologie die unter privaten Nutzern am weitesten verbreitete und beliebteste, was zu gesellschaftlichen Entwicklungen wie die Verlagerung von E-Commerce auf M-Commerce, E-Games auf M-Games und E-Library auf M-Library führt.

Lernformen, die durch das Mobile Learning entstehen, können als eine Sonderform des E-Learning betrachtet werden und lassen sich in der Literatur oft unter dem Begriff M-Learning wiederfinden (vgl. Nölting & Tavangarian, 2003). Unter Mobile Learning versteht Ally (2004) „the delivery of electronic learning materials on mobile computing devices to allow access from anywhere and at anytime“.

Folgende Beispielszenarien geben einen Eindruck über die Integrationsebenen von Mobile Learning in der Lehre: 

  • Für die Organisation mobiler Lernszenarien sind die ortsunabhängigen Kommunikationsmöglichkeiten wie Applikationen zur asynchronen (z. B. Facebook, Twitter, XING, foursquare, Qype, Stud.IP-Foren) und synchronen Kommunikation (z.B. Whats App, Skype) von großer Bedeutung und bilden variable Kommunikationswege zwischen einzelnen Kommilitonen oder Lerngruppen ab.
  • Die personenbezogenen mobilen Endgeräte ermöglichen die Bereitstellung von orts- und zeitunabhängigen Lernmaterialien. Hierzu zählen zum Beispiel Vokabeltrainer (z. B. Lextra, Papapapaya, busuu, CoboCards), Apps zum kollaborativen Lernen (z. B. Evernote, Mindjet Maps) oder auch Apps für die Organisation des Studierendenalltags auf dem Campus (z. B. Stud.IP-Stundenpläne, die Mensa-App der MLU und künftig vielleicht auch eine persönliche Lernumgebung).
  • Mobile Learning unterstützt das Lernen in Anwendungssituationen durch die Authentizität der mobil genutzten Lernumgebung (z. B. wurde im Fach Bauingenieurwesen der TU Darmstadt an mobilen Endgeräten von Studierenden die Bestandaufnahme von Gebäudemerkmalen vor Ort, die Erstellung eines Wiki-Artikels und die Bewertung der Artikel durch Kommilitonen vorgenommen, [vgl. Rensing et al., 2012]), was z.B. bei Übungen mit Exkursionscharakter genutzt werden könnte.

Was derzeit noch weitgehend fehle, so Ally (2012), sei vor allem die Integration des Mobile Learning in die Lehr- und Lernpläne sowie Kooperationen zwischen Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen zur gemeinsamen Entwicklung und Erforschung des Mobile Learning.

Quellen:

Ally, Mohamed (Hrsg.) (2009). Mobile learning: transforming the delivery of education and training. Edmonton: AU Press, Athabasca University.

Johnson, L., Adams, S., & Cummins, M. (2012). The NMC Horizon Report: 2012 Higher Education Edition. Austin, Texas: The New Media Consortium (LINK http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2012HorizonReport_German_final.pdf (04.12.2012).

Nöltin, K. & Tavangarian, D. (2003). Lecture Notes in Informatics. In INFORMATIK 2003 – Innovative Informatikanwendungen, Band 1, Beiträge der 33. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), 29. September – 2. Oktober 2003 in Frankfurt am Main. P-34, 288-292.

MMB-Trendmonitor I/2012. Weiterbildung und Digitales Lernen heute und in drei Jahren: Mobile Learning – kurzer Hype oder stabiler Megatrend? Ergebnisse der Trendstudie MMB Learning Delphi 2012. http://www.mmb-institut.de/monitore/trendmonitor/MMB-Trendmonitor_2012_I.pdf (04.12.2012).

Rensing, C., Tittel, S., Schäfer, S., & Burgaß, R. (2012). Mobiles aktivierendes Lernen im Bauingenieurwesen: eine Semantic MediaWiki basierte Anwendung und ein Erfahrungsbericht. In J. Desel, J. M. Haake &C. Spannagel (Hrsg.?): DeLFI 2012, no. 207, p. 123-134, Köllen.

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