E-Learning@Jura – Praxisbeispiele für den Einsatz digitaler Medien in der juristischen Ausbildung (1)

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Foto: Entwurf für Learning Analytics by UGrabe, CC BY 4.0

Anlässlich des Symposiums „eLAW – Digitales Lehren und Lernen im Juristischen Studium“ an der SRH Hochschule Heidelberg stellte Professor Dr. Christoph Schärtel von der SRH Heidelberg sein Konzept des „Enhanced Inverted Classroom Models“ vor. Er betont dabei einen „shift from knowledge to methodolgy“, um im Präsenzunterricht den notwendigen Freiraum zur Vermittlung juristischer Arbeitsmethodik zu schaffen. Professor Schärtel sieht die Schwächen des herkömmlichen Inverted Classroom Models (ICM) vor allem in der Freiwilligkeit der Vorbereitungsphase, was dazu führt, dass Studierende unvorbereitet zur Präsenzveranstaltung erscheinen. Dadurch wird seiner Meinung nach der angestrebte Nutzen des ICM konterkariert, da man gerade nicht auf dem gleichen Wissensstand aller Teilnehmenden aufbauen und vertiefend auf den Lernstoff eingehen bzw. diesen als bekannt voraussetzen kann, um sich Falllösungen zu widmen. Eine weitere Problematik sieht er in dem Fehlen einer strukturierten Nachbereitung und Reflexion.

Kernstück seines Modells sind obligatorische Eingangs- und Ausgangstests zu jeder Online-Lerneinheit der Vorbereitungsphase. Mit Hilfe von Learning Analytics wird den Studierenden über diese Tests passend zu ihrem Wissensstand Material zur Vorbereitung auf die Präsenzphase zugeteilt. Die Präsenzzeit wird wie im klassischen ICM für die Schulung der Kompetenzen genutzt, die nicht durch reine Wissensvermittlung erlangt werden können, so z. B. Methoden- und Problemlösekompetenz und die Fähigkeit zum kritischen Denken und Reflektieren. Durch die im Gegensatz zur Vorlesung andere Arbeitsweise während der Präsenzzeit des ICM, ist es hier auch möglich, mit einzelnen Studierenden problem- und zielorientiert zu arbeiten.

Die Umsetzung der Onlinephase soll durch die Aufbereitung des Wissens in sog. „crumbs“, also kleinsten Wissenseinheiten, auf einer Lernplattform erfolgen, aus denen die Lehrenden sinnvolle Lernpfade und Tests für die Vor- und Nachbereitung arrangieren können. Eine Lernplattform, die diese Art von Arrangements ermöglicht, muss bestimmte Eigenschaften aufweisen, die herkömmliche Lernplattformen wie ILIAS und Moodle derzeit noch nicht besitzen. Dazu gehört z. B. die modulare Grundstruktur der Wissenseinheiten, die, entsprechend getaggt, den jeweiligen Lernpfaden flexibel zugeordnet werden.
Nicht zu unrecht nach dem Zeitaufwand für die Aufreitung des Fachinhalts einer Veranstaltung befragt, räumte Professor Schärtel ein, dass es sich in der Tat um einen sehr großen Aufwand handele, der nur im Team zu bewältigen wäre. Jedoch verspricht er sich von einer offenen Plattform ähnliche Effekte wie beim Croudsourcing auf Wikipedia.

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