Praxisbeispiele an der Uni Halle – „Sprechapraxie“ – Innovative Verbindung von digitalem Lernen und Präsenzlernen

Fokus

Blended Learning – Lernvideos – Interaktivität

  • Seminar: Sprechapraxie
  • Teilnehmende am Seminar: 23 Studierende aus dem Bereich „klinische Sprechwissenschaft“
  • Leitung des Seminars: Michaela Kupietz

Konzept

Das Seminar „Sprechapraxie“ wurde am Tag der Lehre im vergangenen Jahr mit dem @ward – Preis für multimediales Lehren und Lernen 2024 der Uni Halle prämiert. In dem nachfolgenden Video geben Frau Kupietz und einige ihrer Studierenden einen spannenden Einblick in ihr Seminarkonzept:

Fazit

Das Lehrkonzept zum Seminar „Sprechapraxie“ ermöglichte den Studierenden ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Flexibilität. Sie konnten nicht nur die fachlichen Inhalte selbstgesteuert und im eigenen Tempo erarbeiten, sondern eigneten sich zugleich wertvolle Kompetenzen im Umgang mit digitalen Lernmedien an. Induktiv wurden so nicht nur Wissen, sondern auch Medienkompetenzen vermittelt.

Die Gestaltung der digitalen Lernphasen war dabei zentral: Durch die Möglichkeit, den Lernprozess individuell zu gestalten, konnten die Studierenden ihren eigenen Lernrhythmus finden. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Präsenz der Lehrenden in den Lernvideos: Durch die sichtbare und persönliche Einbindung wurde die Distanz im digitalen Raum reduziert. Die Studierenden empfanden die Videos dadurch als lebendig und die Lehrperson als nahbar, was die Lernatmosphäre positiv beeinflusste.

Besonders anregend wirkten die integrierten Gamification-Elemente. Die eigenständige Erstellung von Lehrvideos mit anschließender Prämierung steigerte die Motivation. Zugleich sorgte dieses aktive Format dafür, dass das Wissen nachhaltiger verankert wurde.

Das didaktische Konzept verband digitale Selbstlernphasen eng mit inhaltlicher Vertiefung und Anwendung in Präsenzsitzungen. Durch diese gezielte Verzahnung konnten die digital erworbenen Kenntnisse unmittelbar in Diskussionen, Gruppenarbeiten und weiteren Präsenzformaten angewendet und reflektiert werden. Die Bearbeitung des jeweils nächsten Themenkomplexes im Selbststudium stellte dabei eine sinnvolle Voraussetzung für die aktive Teilnahme in Präsenz dar. Dies förderte ein kontinuierliches, phasenweises Lernen im Verlauf des Semesters und reduzierte die Belastung zu Prüfungszeiten deutlich. Abschließend lässt sich festhalten: Das Lehrkonzept vereinte die zentralen Vorteile digitaler und präsenter Formate und ermöglichte ein vielseitiges, effektives und nachhaltiges Seminarerlebnis. Die Studierenden profitierten gleichermaßen fachlich wie methodisch und erweiterten sowohl ihre inhaltlichen als auch digitalen Kompetenzen. Durch die gelungene Integration verschiedener Lehrmethoden zeigt das Konzept, wie moderne universitäre Lehre effizient und zukunftsorientiert gestaltet werden kann.

Michaela Kupietz (2026)

Weiterbildungen@LLZ im ersten Halbjahr 2026

Screenshot des Weiterbildungsportals des LLZ: https://weiterbildung.llz.uni-halle.de/

In den folgenden Weiterbildungsveranstaltungen im ersten Halbjahr 2026 gibt es aktuell noch freie TeilnehmerInnenplätze:

Eine Teilnahme an dem Großteil der oben genannten Veranstaltungen kann im Rahmen des Hochschuldidaktik-Zertifikats der MLU anerkannt werden. Auf der Beschreibungseite des jeweiligen Kurses finden Sie dazu alle Informationen zum Thema Anerkennung.

Praxisbeispiele Uni Halle – „Programmierung für Hörer*innen aller Fakultäten“

Fokus

Blended Learning – Heterogenität – Programmierfähigkeiten

  • Seminar: „Einführung in die Programmierung für Hörer aller Fakultäten“
  • Teilnehmende am Seminar:  ca. 40 Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen (ASQ-Modul sowie Ergänzungsstudiengang Medienbildung)“
  • Leitung des Seminars: Dipl.-Inform. Steffen Schiele

Konzept

Das Lehrveranstaltungskonzept „Programmierung für Hörer aller Fakultäten“ von Diplom-Inform. Steffen Schiele wurde 2023 mit dem @ward – Preis für multimediales Lehren und Lernen der Uni Halle in der Kategorie „Projekte in der Konzeptionsphase“ prämiert. In dem nachfolgenden Video berichtet Herr Schiele von seinem Blended-Learning-Konzept, das nun bereits mehrfach durchgeführt und stetig weiterentwickelt wird:

Fazit

Programmieren ist für die meisten zu Beginn eine große Herausforderung und nicht selten mit viel Frustration verbunden. Gleichzeitig können Programmierfähigkeiten in den verschiedensten Lebensbereichen sehr hilfreich sein und öffnen den Blick für die Funktionsweise von Informatiksystemen. Dies macht für mich zusammen mit der sehr heterogene Teilnehmerschaft den Reiz aus.

Die Art und Weise der Gestaltung des Kurses hat zu einem deutlich intensiveren Austausch und einem offeneren Umgang mit Fehlern geführt. Bereits damit konnte die oft mit Programmierfehlern verbundene Frustration verringert und bei einigen Studierenden eine Steigerung der Resilienz erreicht werden.

Die ausgeprägte Heterogenität führte, wenn auch von vielen Studierende nicht bewusst wahrgenommen, zu einer Bereicherung. Dies betraf auch die von Studierenden geleiteten Präsenzsitzungen. Neue Perspektiven und unterschiedliche Herangehensweisen konnten wahrgenommen werden und manche Studierenden identifizierten sich nach der eigenen vorbereiteten Präsenzsitzung besser mit dem Thema. Zusammen mit den praxisbezogenen Übungsaufgaben konnten die Studierenden auch die Sinnhaftigkeit der Inhalte erkennen. Für viele war dies sehr motivierend, insbesondere wenn Aufgaben das eigene Studienfach gestreift haben.

Der Heterogenität konnte durch die Gestaltung des Lernmoduls und der Gestaltung des Kurses nach einem Inverted-Classroom-Konzept Rechnung getragen werden. Das Lernmodul ermöglichte den eigenen Lernprozess sehr frei zu gestalten, da hierbei nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch überprüft werden konnte.

Die vielfältigen Unterstützungsangebote, wie z.B. Übungen als freier Lernort mit individueller Unterstützung, wurden zwar von den Studierenden ebenfalls positiv hervorgehoben, allerdings nicht im erhofften Umfang wahrgenommen. Dies mag in Eigenverantwortung der Studierenden liegen, allerdings dient gerade dieses Angebot den studentischen Aufwand insgesamt zu reduzieren, weswegen ich perspektivisch weitere Anreize dafür schaffen möchte.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Erfolgsquote deutlich verbessert werden konnte, ohne das Niveau des Kurses zu senken, und der Kurs in der Evaluation mit gut bis sehr gut bewertet wurde. Weitere Verbesserungsideen sind bereits in der Umsetzung und umfassen z.B. Elemente von Gamification.

Steffen Schiele (2025)

Weitere Informationen und Links

@ward 2025 – Nominierung und Bewerbung nun möglich

neues Logo @ward – Preis für multimediales Lehren und Lernen

Es ist wieder soweit – Sie können sich als Lehrende der MLU für den @ward – Preis für multimediales Lehren und Lernen 2025 mit Ihrer Lehrveranstaltung bewerben. Der @ward prämiert die herausragende Durchführung einer multimedial gestützten Veranstaltung.

Der Lehrpreis wird jährlich durch das Rektorat der Martin-Luther-Universität verliehen und ist mit der Finanzierung einer wissenschaftlichen Hilfskraft durch das Prorektorat für Studium und Lehre dotiert.

Wenn Sie als Studierende selbst gerade an einer herausragenden Lehrveranstaltung teilnehmen oder als Lehrende Kolleg:innen kennen, die besonderes Engagement in der Lehre zeigen, können Sie diese auch gern für den @ward nominieren und wir informieren dann die jeweiligen Personen und ermutigen diese zur Bewerbung.

Nominierungen und Bewerbungen erfolgen über unser Online-Formular.

Die Frist für die Bewerbung ist der 15.02.2026. Nominierungen sollten mindestens zwei Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist eingereicht werden, damit die nominierten Lehrenden noch rechtzeitig informiert werden können.

Praxisbeispiele an der Uni Halle – „Praxisbezogene Medienethik und Einsatz digitaler Elemente im Ethikunterricht”

Fokus

Medienethik – Digitale Vernetzung interdisziplinär – Reflexive Medienbildung

  • Seminar: „Praxisbezogene Medienethik und Einsatz digitaler Elemente im Ethik- und Philosophieunterricht“
  • Teilnehmende im Seminar: 28 Studierende aus dem Bereich Lehramt
  • Leitung des Seminars: Kathrin Rensch

Konzept

Das Lehr-Lern-Konzept von Kathrin Rensch im Rahmen des praxisorientierten Seminars „Medienethik – Einsatz digitaler Elemente im Ethik- und Philosophieunterricht“ besteht einerseits aus interessenorientierten Zugängen auf Seiten der Studierenden (bspw. aus einem unterrichtlichen oder schulpraktischen Kontext heraus –> Lernen durch und mit „Games“) und andererseits auf Seiten der Lehrenden auf Basis theoriefundierter „Inputs“, bspw. aus den KMK-Bestimmungen „Lehren und Lernen in der digitalen Welt“ und dem Medienkompetenz- Modell sowie Textgrundlagen zur Medienpädagogik und Mediendidaktik.

Das Ziel der oben genannten Veranstaltung von Frau Rensch ist die Sensibilisierung zukünftiger Lehrer*innen mit Schwerpunkt Ethik und Philosophie gegenüber den Themen „Medienkompetenz, Medienbildung, Medienerziehung, Medienprävention und Einsatz von digitalen Medien“ im Unterricht. Dabei legte Frau Rensch besonderen Wert auf die Diversität des Medieneinsatzes. Es werden beispielsweise sowohl Videos, Podcasts, Computerspiele als auch Hörbücher und deren potenzielle Einsatzfelder und Lernsettings in der Schule thematisiert.

Nachfolgend sind einige Webseiten eingefügt, die u.a. Gegenstand der Reflexion und Diskussion waren:

Screenshot von der Webseite: https://www.planet-schule.de/schwerpunkt/knietzsche-der-kleinste-philosoph-der-welt/index.html
Screenshot von der Webseite: https://www.internet-abc.de/surfschein/
Screenshot von der Webseite: https://kids.swrfakefinder.de/

Ihr eigenes Seminarkonzept zeichnete sich durch eine Vielzahl aktivierender Methoden und kooperativer Lernszenarien aus.

Dazu werden Kompetenzen nach Martens angestrebt im Bereich der Phänomenologie (Wahrnehmung) und insbesondere die spekulative Kompetenz geschult (Perspektivübernahme). Auch sollen didaktisch-methodische Kompetenzfelder im Bereich Pädagogik angebahnt werden, wobei die Zugänge und praktischen Anwendungen im Rahmen der Selbsterfahrung im Seminar einen Beitrag leisten. Selbstlernprozesse sind in Form von Ausprobieren der digitalen Tools, Games und Anhören der Podcasts bzw. Anschauen der Videos gegeben. Im Anschluss daran erfolgt eine mediendidaktische Reflexionsphase im Gruppenaustausch, die dazu einen Beitrag leisten soll, inwiefern die digitalen Elemente im unterrichtspraktischen Kontext sinnstiftend und zielführend sind bzw. worin Herausforderungen bestehen.

Fazit

Mein Fazit soll sich an einem Dreischritt orientieren: 1) Gewinn des Seminars – 2) Reserven – 3) Zukunftsaussichten.

1) Mein Konzept besteht überwiegend aus sinnstiftenden Gesprächen, die die Studierenden in Kleingruppen oder in Tandems führen. Es hat sich nicht rentiert, im großen Rahmen einen Austausch zu erzielen, weil sich dann Viele zurückziehen und Einige die Komfortzone der Passivität einnehmen. Ich fungiere bei allen Phasen als Unterstützerin, Begleiterin und Moderatorin der Prozesse. Dies hat sich im Rahmen der kleingruppenspezifischen Arbeit am und mit dem Medium (Game, Video, Podcast) als Gewinn herausgestellt, weil somit Synergien gefunden wurden, die sich an Interessen der Studierenden ausrichten. Ich denke, dadurch erzielt man eine hohe Motivation.

2) Gelenkstellen, so auch in den Evaluationen zurückgemeldet, zeigen sich in Form von zeitlichen Kapazitäten, die ein Seminar von 90 Minuten mit sich bringt – dadurch können angegangene Arbeitsprozesse und Gedanken nicht vollständig ausreifen, evtl. bietet sich hier eine Blockveranstaltung an. Auch muss man die Theoriegrundlagen nicht im Seminar behandeln, sondern kann dies im Rahmen eines Selbststudiums mit Aufträgen abhandeln („Blended-Learning-Formate“), um mehr Zeit für die Erprobung und Zusammenarbeit in den Gruppen zu geben.

3) Der Punkt „Game Based Learning“ hat mich tatsächlich fasziniert, so wäre vorstellbar, im Rahmen von Medienethik diesen Inhalt noch mehr zu vertiefen, auch im Kontext der Fächervernetzung und des interdisziplinären Lernens (Stichwort: individuelle Lerngelegenheiten). Ich empfehle eine kooperative Zusammenarbeit mit der Medienanstalt Sachsen-Anhalt oder der GMK.

(Kathrin Rensch, 2025)

Weitere Informationen und Links